Tel: 089/43 67 09 66   |   Josephsburgstraße 34, 81673 München

In 9 Schritten zum richtigen Pedelec

Warum ist die auswahl eines pedelecs so kompliziert?

Die Fahrradwelt ist riesig und unüberschaubar geworden. Ständig neue Standards und neue Produkte, die den Überblick sehr schnell verschwimmen lassen. Hier bekommst du eine Anleitung an die Hand, mit der du schnell und unkompliziert herausfinden kannst, welches E-Bike/Pedelec genau auf deine Bedürfnisse zugeschnitten ist. Mit diesen neun Schritten kannst du dein Wunschbike genau betiteln und die Fahrradwelt ist plötzlich gar nicht mehr so kompliziert. Mit der Checkliste geben wir dir auch eine portable Lösung, welche du beim Einkauf deines neuen Rades wunderbar nutzen kannst.

1. Wie finde ich mein ideales Pedelec?

Am Einfachsten findest du dein neues Pedelec, wenn du dir vorher genau Gedanken zu den folgenden Punkten machst. Da es mittlerweile für jede normale Fahrradart auch das passende E-Gegenstück gibt, ist die Auswahl sehr groß. Es sollte also genau erörtert werden was deine Bedürfnisse, der Einsatzzweck und deine körperlichen Gegebenheiten sind.

Eine gute Vorbereitung erleichtert das Finden des richtigen E-bikes ungemein. Macht es nicht Spaß nur einen Laden mit konkreten Vorstellungen zu besuchen, als einen ganzen Tag durch die Stadt zu irren und am Ende soviel Eindrücke zu haben und genauso „schlau“ wie am Anfang zu sein?

2. Was ist ein Pedelec?

Ein Pedelec ist das, was man im Sprachgebrauch gemein als E-Bike bezeichnet. Ein E-bike ist eigentlich ein elektrischer Roller. Deshalb sei nicht verwirrt, wenn der Händler plötzlich vom Pedelec spricht. Eine andere schnellere Form des Pedelecs ist das S-Pedelec. Dieses Rad unterscheidet sich vom normalen Pedelec dahingehend, dass es nur mit einem Versicherungskennzeichen gefahren werden darf. Die Höchstgeschwindigkeit beim normalen Pedelec beträgt 25 km/h und beim S-Pedelec 45 km/h. Deshalb darf die schnellere Version auch nicht auf normalen Rad- oder Gehwegen gefahren werden. S-Pedelecs sind nicht ganz so weit verbreitet wie ihre langsameren Geschwister und rentieren sich eher, wenn man viel Überland-Fahrten mit vielen Kilometern überwinden muss.

Das normale Pedelec benötigt keine spezielle Versicherung und Kennzeichen und darf daher auch auf normalen Radwegen genutzt werden. Es unterstütz nur bei Betätigung der Kurbel und ist somit auch nicht mit einem Gasgriff ausgestattet.

Achtung:
Wir empfehlen ausschließlich Pedelecs die mit hydraulischen Scheiben- oder Felgenbremsen (Bsp. Magura HS 33) ausgestattet sind! Ein Pedelec bringt mehr Gewicht und eine höhere Grundgeschwindigkeit als ein normales Rad mit.

3. Welche Fahrradart benötige ich?

Die Auswahl der Fahrradart ist essenziell beim Fahrradkauf. Nicht nur bei normalen Rädern sollte man sich genau überlegen was denn der meistgenutzte Einsatzzweck ist. Fahre ich nur in der Stadt? Mach ich lieber Touren? Oder will ich auf den höchsten Gipfel? Für jeden Einsatzzweck gibt es heutzutage ein Pedelec. Wir geben dir hier mal einen Überblick:

Cityrad

überwiegend Stadt, kurze Anstiege, nicht viel Gangauswahl, kurze Strecken, Gepäck, fast ausschließlich Straße und befestigte Wege, Schutzbleche, Licht, StVZO zugelassen

Trekkingrad

Stadt und Land, eher längere Touren auch mit längeren Steigungen, Gepäck, Straße – befestige Wege – Feldwege – leichte Waldwege, Schutzbleche, Licht, StVZO zugelassen

Reiserad

Stadt und Land, lange Touren mit viel Gepäck, Steigungen, Straße – befestige Wege – Feldwege – leichte Waldwege, Schutzbleche, Licht, StVZO zugelassen

Crossrad

Stadt und Land, sportliche Fahrweise, sportliche Touren und Ausgleich, kleines Gepäck optional, Schutzbleche optional, wenig Straße – Feldwege – leichte Waldwege, nicht StVZO zugelassen (optional nachrüstbar)

E-Hardtail (E-MTB)

Wenig Stadt mehr Land, sportliche Fahrweise, Feldwege – Gelände – Berge – Trails, kleines Gepäck optional, Schutzbleche optional, nicht StVZO zugelassen (optional nachrüstbar)

E-Fully (E-MTB-vollgefedert)

Wenig Stadt mehr Land, sportliche Fahrweise, Feldwege – Gelände – raues Gelände – Berge – Trails – Enduro – Downhill, meist kein Gepäck möglich, meist keine Schutzbleche möglich, nicht StVZO zugelassen (optional nachrüstbar)

4. Wo soll sich mein Motor befinden?

Im Pedelec-Bereich gibt es verschiedene Antriebskonzepte. Wir gehen hier nur auf die drei häufigsten ein.

Den Anfang macht der Frontmotor.
Dieses Antriebskonzept ist größtenteils im günstigeren Segment vertreten. Die Basis bildet meist ein normales Fahrrad. In diesem wird dann ohne große Mühe ein Vorderrad mit Motor verbaut. Ein Display an den Lenker und einen Akku auf die Trinkflaschenhalterung – fertig ist das Pedelec. Das große Problem bei diesen Rädern ist die Basis. Der Rahmen und die Anbauteile sind nicht für die größeren Belastungen an einem Pedelec gemacht. Wenn du also Wert auf ein gut durchdachtes Pedelec Wert legst und dir deine Sicherheit lieb ist, dann lass die Finger lieber von so einem Antriebskonzept.

Das gängigste Konzept ist der Mittelmotor.
Dieser befindet sich in der Mitte des Rades. Der Vorteil eines solchen Konzeptes ist, diese Räder sind von Anfang an als Pedelec geplant. Somit kann man sicher sein, dass diese Räder mit der Mehrbelastung klarkommen und es nicht zu unerwarteten Problemen kommen kann. Auch befindet sich mit dem Motor ein nicht unrelevantes Gewicht des Rades in der Mitte und das Rad fährt sich somit wendiger und agiler. Das Ansprechverhalten des Motors ist sehr schnell, da eine sofortige Unterstützung beim Betätigen des Pedals erfolgt. Dieses Konzept könne wir dir auf jeden Fall ans Herz legen.

Drittes Antriebskonzept ist der Heckmotor.
Er befindet sich im Hinterrad und ersetzt die Hinterradnabe. Diese Art ist für all diejenigen, die Wert auf die Eigenschaften eines normalen Rades legen. Es sind Schaltungen mit 3x10 Gängen möglich. Daher kann man dieses Rad auch ohne Motor gut fahren. Negativ ist zu sagen, dass sich die Gewichtsverteilung eher ins Heck bewegt. Der Motor reagiert etwas träger als der Mittelmotor und schiebt den Fahrer von Hinten.

5. Hat die Rahmenform irgendwelche Auswirkungen?

Diese Frage kann man mit Jein beantworten. Im Pedelecbereich sind mittlerweile alle Rahmenformen vertreten und somit ist hier die Auswahl riesengroß.
Die Frage die du dir stellen musst ist, was benötige ich. Es gibt viele Händler, die differenzieren ganz klar nach Männlein, Weiblein und Tiefeinstieg. Hier gehen wir einen anderen Weg. Wir nennen die Rahmen Diamant (Herren), Trapez (Damen) und Tiefeinstieg. Das haben wir gemacht, da wir viele Damen als Kunden haben die entweder aus optischen oder aus größengründen einen „Herrenrahmen“ benötigen. Auch haben wir Herren als Kunden, die ihr Bein einfach nicht mehr über den „Herrenrahmen“ schwingen können bzw. wollen und somit einen Trapez- oder Tiefeinstiegrahmen fahren. Die Rahmentechnik heutzutage ist so weit, dass man fast keinen Unterschied mehr in der Fahrstabilität feststellen kann.
Also welchen Rahmen benötigst du dann? – Lass uns einmal die Vor- und Nachteile der einzelnen durchgehen:

Diamantrahmen:

Der Diamantrahmen besitzt eine hohe Stabilität auch für große Menschen. Du hast keine Probleme beim Aufsteigen, willst einen klassischen Look und die beste Integration des Motors und Akkus? – dann bist du hier richtig.

Trapezrahmen:

Der Trapezrahmen bietet die gleiche Stabilität wie der Diamantrahmen. Solltest du allerdings Probleme beim Aufsteigen oder Angst beim plötzlichen Abspringen aufs Oberrohr haben, ist diese Rahmenform etwas für dich. Trapezrahmen gibt es bei den meisten Herstellern nur bis zu bestimmten Größen. Bist du also etwas größer, ist eher der Diamantrahmen das Richtige.
Es kann aufgrund der Bauform auch manchmal zu Problemen mit der Positionierung des Akkus kommen. Daher ist es nicht immer sicher, dass der Akku in der Mitte sitzt.

Tiefeinstieg:

Letzte Rahmenform bildet der Tiefeinstieg. Hier ist der Einstieg sehr weit unten, und somit ist es sehr bequem und leicht auf das Rad zu kommen. Diese Rahmen machen meist dann Sinn, wenn man auch nicht mehr über den Trapezrahmen kommt (z.B. bei Knie oder Hüftproblemen). Die Abstände auf einem Tiefeinstieg Rahmen sind meist ein wenig enger und daher meist für eine entspanntere, aufrechtere Position ausgelegt. Man findet diese Rahmenform hauptsächlich bei Citybikes, da man in brenzligen Situationen wunderbar absteigen kann. Allerdings bieten wir auch klassische Trekkingbikes mit dieser Rahmenform an. Hier ist meist der Akku auf dem Gepäckträger verbaut (Ausnahme: Simplon Chenoa Uni) und somit ein wenig mehr Gewicht auf dem Hinterrad.

6. Ich will den stärksten Motor, da ich sonst keinen Berg hochkomme

Vergleichen wir mal die Räder mit Autos. Macht es Sinn einen riesigen amerikanischen Wagen in der Stadt zu fahren? Beantwortest du diese Frage mit ja, dann darfst du das natürlich gerne machen, aber bleiben wir mal realistisch. Heutzutage ist im Pedelecbereich nicht die Power das Erste nach dem gefragt wird, sondern die Reichweite. Und Reichweite richtet sich nicht nur nach der Akkugröße, sondern auch nach dem Motor. Habe ich den stärksten Motor, brauche ich auch viel Energie. Somit verringert sich die Reichweite und der Fahrspaß. Außerdem ist die Endgeschwindigkeit bei allen Motoren gleich (25 km/h). Nehmen wir mal Bosch als Beispiel. Das Motorensegment umfasst vier Modelle. Diese sind für die verschiedenen Einsatzbereiche ausgelegt.

Für die Stadt, ist der Active Line Motor. Klein, leicht, leise und nicht allzu stark (40Nm). Diese Leistung ist in der Stadt völlig ausreichend, da keine großen Berge zu erwarten sind.

Für den Touren/Trekkingbereich geht es sehr stark um Reichweite. Ich möchte ja mit meinem Rad möglichst schöne ausgediente Touren bestreiten. Dies kann man am Besten mit dem Active Line Plus (50Nm). Großer Vorteil gegenüber den stärkeren Schwestern ist, er entkoppelt das Getriebe. Die Leistung reicht auch für Anstiege und leichte Berge. Er ist aktuell der leiseste Motor von Bosch.

Wer es dann doch etwas mehr auf bergige Touren oder vielleicht sogar einen Touring- Alpencross abgesehen hat, der wird mit dem Performance Line (63Nm) glücklich. Dieser Motor hat mehr Power, allerdings nimmt natürlich die Reichweite auch wieder etwas ab. Bergige Touren mit langen Anstiegen sind somit eher sein Revier, als die Stadt.

Der stärkste Motor von Bosch ist der Performance Line CX (75Nm). Dieser wird hauptsächlich in Mountainbikes/Crossrädern verbaut. Dort benötigt man meistens etwas mehr Kraft um wirklich steile Steigungen zu erklimmen. Manche Hersteller verbauen ihn auch in Trekkingbikes, allerdings wie Eingangs schon erwähnt solltest du dir Gedanken machen ob es sinnvoll ist so viel Power gegen Reichweite einzutauschen.

7. Ich will den größten Akku, da ich sonst bestimmt irgendwo liegen bleibe.

Es ist nicht immer die Größe die zählt
Spaß beiseite, das stimmt wirklich. Hier sind auch wieder die Vor- und Nachteile zu beachten.

Was bringt mir ein 500Wh Akku, wenn ich nur von zu Hause zum 3km entfernten Bäcker fahre und wieder zurück. Klar, ich muss wahrscheinlich einmal weniger laden im Monat. Aber ich kann mir durch einen kleineren Akku auch Geld sparen. Der Akkupreis richtet sich nach der Größe. Aktuell (Stand 2018) Bosch PowerPack 300 – 449.- Euro und Bosch PowerPack 500 – 759.- Euro. Das ist ein gewaltiger Unterschied und wirkt sich auf den Gesamtpreis des Fahrrades aus. Hier solltest du also entscheiden, wie und wo setzt du das Rad ein. In der Stadt ist meist der kleinere Akku völlig ausreichend. Je weiter und höher du hinauswillst, desto mehr Kapazität sollte dein Akku besitzen. Hier hilft es auch, den Reichweitenassistenten von Bosch zu nutzen. Dort kannst du die einzelnen Parameter einstellen und findest so heraus welche Reichweite du erreichst und ob diese für deine Unternehmungen ausreichend sind. Die einzelnen Einstellungen hast du ja schon in den vorigen Punkten herausgefunden

Reichweitenrechner: https://www.bosch-ebike.com/de/service/reichweiten-assistent/

Aufladen kann man die Bosch Akkus immer über eine normale 220V Steckdose. Ein Ladegerät ist beim neuen Pedelec als Zubehör immer dabei.

Hier gibt es noch zwei kleine Unterschiede. Während z.B. Shimano nur ein Ladegerät hat, gibt es bei Bosch zwei.


Einen Standard Charger

  • 4 A – Ladestrom
  • 2,5-4,5 h Ladedauer je nach Akkukapazität
  • ca. 800Gramm)

Und den Compact Charger

  • 2 A – Ladestrom
  • 5-7,5 h Ladedauer je nach Akkukapazität
  • ca. 600Gramm)

Geladen werden kann das komplette System am Rad selbst. Eine Buchse ist am Rad vorhanden und dort wird das Ladegerät einfach angesteckt.
Es ist auch möglich, den Akku zu entfernen und ihn separat zu laden.

8. Möchte ich Taschen mitnehmen oder möchte ich das Rad so leicht wie möglich?

Ein wichtiger oft unbeachteter Punkt ist die Wahl des Zubehörs.
Bist du ein Fahrer, der möglichst lang mit viel Gepäck unterwegs sein will? Oder du willst beim Einkaufen auf das Auto verzichten? – Dann musst du auch das freigegebene Gesamtgewicht des Rades beachten. Räder besitzen immer ein zulässiges Gesamtgewicht. Dies setzt sich aus Fahrer, Fahrrad und Gepäck zusammen. Übersteigst du dieses Gewicht, kann bei Defekten die Herstellergarantie verfallen.

Auch solltest du beim Tausch einzelner Teile am Rad Vorsicht walten lassen. Nicht jedes Anbau- oder Zubehörteil von normalen Fahrrädern ist für Pedelecs freigegeben. Am Sichersten ist es, den Händler deines Vertrauens zu beauftragen Dinge für dich an- oder umzubauen.

9. Und das Wichtigste, wer wird dein Händler deines Vertrauens

Fahrradläden gibt es viele. Manche machen eher das schnelle Geld und lassen dich bei Service oder Reparatur im Regen stehen und es gibt Händler, die dich auch im Nachhinein noch gut betreuen. Du solltest also nicht unbedingt nach dem billigsten Preis gehen, sondern auch danach was du denn sonst noch für einen Service zum Kauf bekommst. Erstinspektion, schnelle Bearbeitung im Reparaturfall oder ein vollständig, ergonomisch auf dich eingestelltes Rad sind Punkte auf die es meist mehr ankommt. In unserem Falle kannst du dich Gesetz unseren Grundsätzen Vertrauen – Innovation – Transparenz darauf verlassen, dass du immer herzlich Willkommen bist und wir mit dir in die Zukunft schauen wollen. Du wirst auf deinem perfekten und auf dich eingestellten Rad viel Freude haben. Und wenn nicht, dann kannst du es uns 4 Wochen zurückgeben

In diesem Sinne – Viel Spaß mit deinem neuen Pedelec!